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Was ist Soziale Architektur?

von Redaktion

Soziale Architektur ist das Bauen für Gruppen und Gemeinschaften, wobei alle Nutzergruppen partizipativ und umfassend in den Planungsprozess einbezogen werden. Der Begriff „Soziale Architektur“ ist die innere Haltung. Sie ist keine ist keine Architekturkategorie, sondern der Prozess und der Werdegang einer Bauaufgabe.

Gerade die Qualität von Schulgebäuden – im Neubau wie im Umbau – lässt sich daran ablesen, inwiefern die Architektur dem pädagogischen Konzept der Schule zu folgen vermag. Dabei ist die Inklusion, gedacht als das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung, die aktuell bedeutendste Herausforderung für bestehende Einrichtungen.

Die Übersetzung eines Konzeptes in gebauten Raum unter Einbeziehung der Nutzer muss fachlich begleitet und moderiert werden. Der Architekt ist Moderator der unterschiedlichen Ansprüche. Dies erfordert Kenntnis der unterschiedlichen Lebenswelten. Der Planer wird Initiator von Sozialen Prozessen. Immer wenn sich Gruppen zusammenschließen und aus ihrem Wollen eine Bauaufgabe entsteht, sprechen wir von Sozialer Architektur.

Sie hat einen partizipatorischen und demokratischen Charakter. Ihr Ergebnis ist ganzheitlich: Konzept, Gruppenidentität und Architektur gehören zusammen. Die Steuerung solcher Prozesse ist eine Herausforderung an die Experten-Laien-Kommunikation. Gruppen entsenden Mitglieder im Sinne der repräsentativen Partizipation. Teilhabe braucht Wissen.

Beteiligte wachsen mit der Aufgabe und werden zu Experten für ihr Gebäude. Die Kompetenz in der eigenen Sache wächst. Es geht darum, was wirklich gebraucht wird. So finden Aspekte aus dem Leben oder der Arbeit direkt Eingang in die Planung. Die Mitwirkenden im Bauausschuss sind in der Regel die Nutzer des Gebäudes, aber selten der Bauherr: Eine solche Einflussnahme ist in der Architekturbranche nicht selbstverständlich. In der Regel werden Gebäude geplant und dann den Nutzern zur Verfügung gestellt.

Und: Soziale Architektur ist nicht nur Thema im Schulbau, auch wenn sie sich dort anbietet. Projekte der Sozialen Architektur entstehen immer dann, wenn Gruppen und Gemeinschaften partizipativ Planen. Auch eine gated-community für rüstige Rentner füllte diesen Begriff, sofern der Prozesscharakter der Bauaufgabe Gewicht erhält.

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