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Die Mamre-Patmos-Schule

von Redaktion

Zwei Schulen zu einer gemeinsamen Einrichtung zusammenzuschließen – eine überaus komplexe Aufgabe für alle Beteiligten. Die architektonische Lösung fußt auf der engen Zusammenarbeit von Lehrern und Planern im Pädagogischen Bauausschuss. Als die Mamre-Patmos-Schule in Bielefeld-Bethel 2002 fertiggestellt wurde, konnte damit die Trennung nach Förderbedarfen auch baulich aufgehoben werden. Heute werden hier rund 250 Schüler mit teils gravierenden Behinderungen gemeinsam betreut.

Umfang: Schulneubau für 250 Kinder mit Behinderungen
Gebäudetyp: Förderschule
Architekt: alberts.architekten BDA + Assmann
Bauherr: v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
Objektadresse: Maraweg 29, 33617 Bielefeld-Bethel
Baujahr: 2002
Gesamtkosten: 12,8 Mio. Euro

Raum für Entfaltung

„Meine Gebäude sind ehrlich im Material“, sagt Elke Maria Alberts über ihren Stil. Im besten Fall kann man die Konstruktion erkennen, der Baustoff wird nicht „eingepackt“. „Wenn ich darf“, so die Architektin, „dann kann man sehen und spüren, wie das Haus steht und hält.“

Die Flure der Mamre-Patmos-Schule in Bielefeld-Bethel zum Beispiel sind breit, sie haben erweiterte Nischen, so genannte Stufenplätze. „Die Flure der Förderschule sind Bewegungsräume, die Kinder nutzen sie mit ihren Fahrzeugen, sie treffen sich hier, das sind Marktplätze“, sagt die Architektin. Was die Lehrkräfte wussten und als Bitte an die planenden Architekten herangetragen hatten, verstanden diese tatsächlich erst nach dem Einzug der Kinder. „Nach einem halben Jahr waren die Wände im Flur renovierungsbedürftig. Da haben wir verstanden, was diese Flure, die in anderen Gebäuden nur Zubringer ohne weitere Funktion sind, in dieser Schule bedeuten.“ Eine Erkenntnis, die in die Planung des nächsten Projektes Eingang fand. Auch die Förderschule der Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen, hat breite Flure. Dass sie von einer besonderen Farbigkeit „umhüllt“ wird, ist da nicht mehr überraschend.

Quelle: Verleihung des Unternehmerinnenbriefes

Kinder sind keine Designobjekte

„Gelungene Schularchitektur ist kein Hexenwerk“, sagt die Bielefelder Architektin Elke Maria Alberts. „Sie muss noch nicht einmal sonderlich teuer sein.“ Oft lassen sich vorhandene Schulgebäude mit wenigen Kniffen neuen Bedürfnissen anpassen, Auch Neubauten benötigen keine erlesenen, sondern vor allem belastbare Materialien. Denn die Schüler sind in erster Linie Kinder – und keine Designobjekte, die dekorativ im Ambiente stehen. „Schüler müssen auch mal gegen etwas treten dürfen, wenn sie sich über eine schlechte Note ärgern“, sagt Michael Braum von der Bundesstiftung Baukultur, die sich mit den Auswirkungen der gebauten Umwelt auf die Menschen beschäftigt. Dass eine Schule Arbeits- und Lebensraum für Schüler (und Lehrer!) ist, in dem sich diese fast den ganzen Tag aufhalten, wird allzu oft vergessen.

Quelle: Focus Schule, Mai 2011

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