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Clearingstelle Inklusives Wohnen

von Marc Wübbenhorst

Zum Tag der Architektur 2018: In Kooperation mit Bethel.regional ist es gelungen, ein einmaliges Versorgungsangebot für Menschen mit geistiger und psychischer Behinderung und ihren nicht behinderten Kindern, kombiniert mit öffentlich geförderten Familienwohnungen, zu schaffen. Somit wird der Inklusionsgedanke in gewachsene Quartiersstrukturen getragen. Wir bedanken uns herzlich bei Susanne Zielke von der BGW für die Durchführung des Tags der Architektur.

Was ist das Besondere and der Clearingstelle?

Eltern, die eine geistige Behinderung haben, werden in der Clearingstelle in ihrer Elternschaft unterstützt. Das ist einzigartig und ein gesellschaftlich ein bedeutsamer Schritt: Noch vor einiger Zeit hat man Menschen mit geistiger Behinderung das Recht auf Elternschaft abgesprochen. Die Clearingstelle befindet sich in einem Gebäude mit barrierefreien Familienwohnungen, sodass die unterschiedlichen Bewohner unter einem Dach leben. Das Haus umfasst mehrere Wohnangebote, die allesamt eine gute Ergänzung für den Bielefelder Stadtteil Ummeln sind.

Wie wurde die Aufgabe "Inklusives Wohnen" gelöst?

Die Konstellation des Projektes insgesamt war besonders: Zusammen mit der BGW- Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen mbH und denv.Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel erarbeitete das Büro für Soziale Architektur das erste inklusive Wohnprojekt.Die BGW hatte dafür ein sechsgeschossiges Gebäude an der Eichenstraße in Ummeln abgerissen. Mit uns entwickelten die BGW und die v.Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel ein Wohnprojekt für Eltern mit geistigen Behinderung und deren Kindern. Die Abstimmung und die enge Kooperation mit der Wohnraumförderung war die richtige Herangehensweise. Sie dient heute als Vorbild für ähnliche Inklusions-Projekte. Neu war auch, dass das Projekt eine völlig neue Sicht auf Elternschaft und Behinderung verlangte, für die es bisher keine Vorbilder gab.

Gibt es weitere Clearingstellen in Deutschland?

In dieser Form und zu diesem Zweck ist es einzigartig. Es neben der gesellschaftliche Sichtweise auf das Thema auch die bauliche Durchmischung der Förderarten: Für das Clearingangebot sind 24stationäre Wohnheimplätze inklusive zwei 3-Zimmer-Wohnungen sowie eine Kindergruppe eingerichtet, mit 24-Stunden-Betreuung von Eltern und Kindern. In der dritten und vierten Etage entstanden zehn öffentlich geförderte große Wohnungen, je 95 oder 112 Quadratmeter. Öffentlich geförderter Wohnraum für große Familien fehlte in Bielefeld-Ummeln bisher.

Wie gelang die Zusammenarbeit mit der Wohnraumförderung?

Vom Land NRW wird das Projekt als ein sogenanntes Leuchtturmprojekt des inklusiven Wohnungsbaus gefördert (Förderart: WFB + BWB). Es besteht zur einen Hälfte aus einer Clearingstelle für begleitete Elternschaft; einer Einrichtung für zwölf Eltern mit Behinderung und ihren Babys, zur anderen Hälfte aus gefördertem Wohnungsbau mit barrierefreien Familienwohnungen, sodass sich auch förderrechtlich um eine Misch-Geschichte handelte. Wir sind mit alle Beteiligten dafür extra nach Düsseldorf gefahren um die Förderkulisse zu besprechen und auf das Projekt anzupassen. Insgesamt haben wir aber in allen Fachämtern und im Ministerium.

Begleitete Elternschaft - Inklusives Wohnen in Bielefeld-Ummeln. Foto: Peter Wehowsky

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